Unternehmenspreis Gesundheit - Bewerbungsfrist läuft

Zum 5. Mal verleiht der BKK Bundesverband den Deutschen Unternehmenspreis Gesundheit. Mit diesem Preis werden Unternehmen/Organisationen ausgezeichnet, die sich besonderes im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagement engagieren. Interessierte Unternehmen können sich bis zum 15. Juni 2011 für den Unternehmenspreis bewerben.

 

Als Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb muss Ihr Unternehmen zum Zeitpunkt der Bewerbung folgende Punkte erfüllen:
• Sie führen seit mindestens einem Jahr Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung durch.
• Ihr Firmenhauptsitz ist in Deutschland.
• Sie sind Unterzeichner der Luxemburger Deklaration.

Die Unternehmen und Organisationen starten in fünf verschiedenen Kategorien:
• Handel/Transport/Verkehr
• Industrie
• Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
• Öffentlicher Dienst
• Sonstige Dienstleistungen

Zusätzlich werden drei Sonderpreise ausgelobt:
• Demografie - Fit in die Zukunft
• Familienorientiertes Unternehmen
• Psychische Gesundheit



Bewerbungsverfahren
Best-Practice-Fragebogen:
Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie den Best-Practice-Fragebogen mit einer Anleitung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Leistungen im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements detailliert zu dokomentieren.
Dokumente/Belege:

Als Nachweis für Ihre Erläuterungen dienen entsprechende Belege, die in maximal einem DIN-A4-Ordner thematisch gegliedert zusammenzufassen sind.
Eingang der Bewerbungsunterlagen:
Nach Eingang werden die Unterlagen kurz gesichtet. Über den Eingang erhalten Sie eine schriftliche Bestätigung. Zudem müssen Sie eine Kurzbeschreibung Ihrer Aktivitäten und Ihr Firmenlogo zusenden, die nach der Preisverleihung präsentiert werden. 
Anmeldung zum Wettbewerb:
1. März bis 15. Juni
Einsendeschluss der Bewerbungsunterlagen: 15. Juli 2012

Nähere Infos und Unterlagen
www.deutscher-unternehmenspreis-gesundheit.de

Erfolgreicher Start für lebensmittelklarheit.de
Das Verbraucherportal Lebensmittelklarheit.de ist seit seinem Start im Sommer 2011 auf überwältigende Resonanz gestoßen – bisher sind mehr als 4.000 Produktmeldungen eingegangen.
Hersteller und Händler von Lebensmitteln dürfen Verbraucher durch die Kennzeichnung und Aufmachung ihrer Produkte oder durch Werbeaussagen nicht täuschen. Mit seiner Initiative „Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln“ will das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Verbraucherinnen und Verbraucher über die Kennzeichnung informieren, sie besser vor Täuschung schützen und Unternehmen im Wettbewerb stärken, die ihre Produkte verbraucherfreundlich kennzeichnen.
Die Lebensmittelwirtschaft, die den Start der Internetseite scharf kritisiert hatte, reagiert immer öfter konstruktiv auf die Kritik der Kunden: Die meisten Hersteller nehmen die Hinweise der Verbraucher ernst, einige haben die Aufmachung oder Kennzeichnung ihrer Produkte bereits geändert.
„Die überwältigende Resonanz zeigt, dass es richtig und wichtig war, dieses Portal zu fördern“, sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner. Die Befürchtungen der Kritiker hätten sich „als unbegründet erwiesen“, so Aigner. Zuletzt wurde der Förderbetrag des BMELV nochmals erhöht, damit die Verbraucherzentralen die Kapazitäten verstärken und die Bearbeitung der zahlreichen Meldungen beschleunigen können.
"Wir haben mit dem Angebot den Nerv der Verbraucherschaft getroffen", bilanziert vzbv-Vorstand Gerd Billen. "Jetzt ist es an den Herstellern, ihre Produkte so zu gestalten, dass Verbraucher sich nicht getäuscht fühlen." Das Portal helfe, Verunsicherung bei den Verbrauchern ab und Vertrauen in die Qualität und den Wert von Lebensmitteln wieder aufzubauen. "Doch ein verbesserter Dialog zwischen Verbrauchern und Anbietern alleine kann es nicht richten", sagt Billen. Auch die Politik müsse ihren Beitrag leisten,
Hersteller passen ihre Produkte an
Am häufigsten melden Verbraucher Produkte, deren Bewerbung und Aufmachung etwas vorgaukelt, was der Inhalt nicht halten kann: Fruchtabbildungen ohne Frucht in der Zutatenliste oder ein Sahnewunder mit verstecktem Alkoholanteil. Für weiteren Unmut sorgen Werbeaussagen wie "Ohne Nitritpökelsalz" oder "Ohne Geschmacksverstärker", obwohl sich Zutaten mit ähnlicher Wirkung in der Zutatenliste wiederfinden. 27 Hersteller haben ihre Produkte infolge der Verbrauchermeldungen beriets angepasst. Dabei geht es nicht nur um die Schriftgröße auf Verpackungen, sondern auch um die Rezeptur: So enthält ein Curry-Orangen-Ketchup künftig auch wirklich Orangenschalen oder eine Bananenschokolade tatsächlich Banane. Auch Wasabi-Erdnüsse werden demnächst wirklich Wasabi enthalten.
Auch wenn Anbieter sich an rechtliche Kennzeichnungsvorschriften oder Vorgaben der Lebensmittelleitsätze halten, fühlen sich Verbraucher getäuscht. Auf Unverständnis stoßen: Kalbswiener mit wenig Kalbsfleisch, Bayrischer Leberkäse ohne Leber oder niederländische Eier in deutschen Eierkartons. „Es ist richtig, dass sich die Lebensmittelbuch-Kommission genau um diese Streitfälle kümmert", so Aigner.
In Sachen Kalbswiener könnte sich die Lebensmittelbuchkommission schon jetzt bei den Verbrauchern beliebt machen. Die Verbraucherzentralen haben auf www.lebensmittelklarheit.de einmal konkret nachgefragt: In der nicht repräsentativen Umfrage äußerte mehr als die Hälfte der 30.000 Teilnehmer die Erwartung, dass Kalbswiener aus 100 Prozent Kalbfleisch bestehen sollten. Insgesamt erwarten über 90 Prozent der Verbraucher mehr als 50 Prozent Fleischanteil vom Kalb. Tatsächlich aber sind in den meisten Produkten nicht mehr als die vorgeschriebenen 15 Prozent Kalbfleisch enthalten. Die Verbraucherzentralen werden einen entsprechenden Antrag auf Änderung des Leitsatzes stellen.



Betriebliche Gesundheitsförderung lohnt sich

Langzeitstudie belegt ökonomischen Nutzen von betrieblichem Gesundheitsmanagement

Bereits 1979 hat der US-Konzern Johnson & Johnson ein Programm zur Förderung der betrieblichen Gesundheit seiner Mitarbeiter eingeführt. Nach mehr als 30 Jahren ist dieses Gesundheitsprogramm noch immer integraler Bestandteil der Unternehmenskultur. Seit Einführung von gesundheitsfördernden Maßnahmen, die unter anderem regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, Fitnessangebote und Ernährungsberatungen umfassen, sank in den ersten 15 Jahren die Anzahl der rauchenden Angestellten um zwei Drittel und die Anzahl der Mitarbeiter, die sportlich inaktiv war, zu hohen Blutdruck oder zu hohe Cholesterinwerte hatte, um mehr als die Hälfte.
Das Forscherteam rund um Rachel M. Henke, Forschungsleiterin bei Thomson Reuters in Cambridge/Massachussets, hat auf Basis betriebsinterner Daten erstmals eine Studie über die Langzeitwirkung des betrieblichen Gesundheitsmanagements durchgeführt.  
„Nachhaltigkeit bedeutet für Johnson & Johnson, auf lange Sicht zu handeln und sich der unternehmerischen Verantwortung für die nächsten Generationen bewusst zu sein“, so der Credo von Johnson & Johnson.
Zu dieser unternehmerischen Verantwortung zählt auch, die Arbeitsbedingungen kontinuierlich zu verbessern und die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern. Johnson & Johnson erlangt nicht nur weltweit vorbildliche Werte in Hinblick auf Arbeitssicherheit, sondern berät in den USA bereits 90 Prozent der Beschäftigten mit einem betriebseigenen Gesundheitsprogramm. Mit ein Grund, warum das Unternehmen bei wichtigen Arbeitgeber-Rankings auf vorderen Plätzen landet. Das Magazin „Working Mother“ zeichnet den Konzern in den USA mit einem Platz unter den Top 100 der mütterfreundlichsten Unternehmen aus. Das „Barron’s Magazine“ prämiert Johnson & Johnson mit dem zweiten Platz der „World's Most Respected Companies“.
Die zentralen Fragen, die sich die Forscher stellten: Wie wirken sich die Gesundheitsprogramme auf die Gesamtverfassung der Mitarbeiter aus?  In welchem Ausmaß sinken die Gesundheitskosten? Insgesamt wurden die Daten von rund 32.000 Mitarbeitern ausgewertet und mit denen anderer Arbeitnehmer großer US-Konzerne verglichen.

Die Studie zeigte, dass durch die Einführung der betrieblichen Gesundheitsförderung die jährlich steigenden Gesundheitskosten der Mitarbeiter von Johnson & Johnson um 3,7 % unter denen der Vergleichsgruppe lagen.

Durchschnittlich sparte der Konzern 565 US-Dollar der Gesundheitskosten pro Mitarbeiter im Jahr. Diese Ersparnisse gleichen die jährlichen Programmkosten von 144 US-Dollar pro Person aus und ergeben einen Return on Investment (ROI) von 1:3,9 US-Dollar.
Vergleichbare Unternehmen geben jährlich durchschnittlich 300 US-Dollar pro Person für Gesundheitsprogramme aus und erzielen einen ROI von 1:1,88.
Module der Gesundheitsvorsorgeprogramme
Zur Vorbeugung von Gesundheitsstörungen hat Johnson & Johnson verschiedene Gesundheitsvorsorgeprogramme (GVP) erarbeitet.
 
• Durchführung von individuellen Risikoanalysen für jeden Mitarbeiter
• Durchführung von Seh- und Hörtests
• Jährliche Durchführung einer Trendanalyse, um festzustellen, ob bestimmte Gesundheitsstörungen gehäuft bzw. an bestimmten Arbeitsplätzen vermehrt vorkommen
• Koordination der Bearbeitung von Gesundheitsstörungen im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz
• Koordination und Durchführung von Projekten zur Förderung der Gesundheit
 
Regelmäßige medizinische Untersuchungen geben darüber Auskunft, ob die Gesundheit des Mitarbeiter gleich geblieben ist, sich verbessert oder verschlechtert hat. Diese periodischen Kontrollen ermöglichen es, auf allfällige Veränderungen rasch zu reagieren.

Quelle:
Henke, R. M. et al. (2011). Recent Experience In Health Promotion At Johnson & Johnson: Lower Health Spending, Strong Return On Investment. Health Affairs 30 (3), 490-498